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Der größte Schatz meiner Sammlung
#1
Noch mehr als die Kniestrümpfe meiner ersten Jugendliebe bedeutet mir ein anderes Paar Polyamid-Kniestrümpfe einer langjährigen guten Freundin, von der ich insgesamt 34 Nylonstrumpfhosen und Sockenpaare aus dem Müll oder einem Lumpenkarton gerettet habe. Als ich sie Anfang der 90er Jahre kennenlernte, sie war damals Anfang 20, fiel mir auf, dass sie, zu dieser Zeit und für eine so junge Frau eigentlich vollkommen anachronistisch, dass sie mehrfach Socken und Kniestrümpfe aus Polyamid trug, insgesamt konnte ich 6 oder 7 Paar zählen, von denen immerhin 3 in meiner Sammlung landeten. Diese wunderbaren Kniestrümpfe
[Bild: 6uxeivRe.jpg]
waren allerdings noch nicht dabei, ich sah sie zum ersten Mal 1995, als wir mit anderen Freunden gemeinsam einige Tage in Urlaub waren, an ihren Füßen, und es sollte noch geschlagene 11 Jahre dauern, bis ich am Ziel meiner Träume war. Und das kam so (to be continued, muss zwischendurch kurz etwas erledigen).

LG, Tonio
#2
Ich hatte wohl auffallend lange auf ihre (übrigens sehr schönen) Füße (Größe 40) gestarrt, wo sich das schöne Muster dieser Strümpfe perfekt abzeichnete:
[Bild: 4VwLGo3a.jpg]
Sie lächelte mich an und fragte, was mich denn so fasziniere, und ich meinte, ihre Strümpfe würden mir wegen ihres Musters sehr gefallen. Sie erwiderte, dass sie noch aus ihrer Teenagerzeit stammten (das erklärt ihr Vorhandensein Mitte der 90er Jahre, wo solche Strümpfe wahrscheinlich gar nicht mehr hergestellt wurden) und sie sie erst kürzlich in den Tiefen ihres Kleiderschranks wieder entdeckt habe, dass sie ihr aber auch gut gefielen. Während unseres viertägigen Urlaubs hat sie tatsächlich jeden Tag diese Strümpfe getragen. Auf der Rückfahrt mit der Bahn zog sie, sie saß mir schräg gegenüber, irgendwann ihre Schuhe aus und fragte mich, ob ich etwas dagegen hätte, wenn sie ihre Füße auf den freien Sitz neben mir legen würde. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich keinerlei Einwände hatte. Als ich dann ungefähr eine Stunde lang immer wieder verstohlen zu den herrlichen Strümpfen an ihren herrlichen Füßen blickte und den dezenten, mir sehr angenehmen Duft, der bis zu meiner Nase drang, genoss, war mir klar, dass ich diese Strümpfe unbedingt haben musste und habe etwas getan, was normalerweise nicht meine Art ist: Weil ich wusste, dass ich solche Strümpfe wahrscheinlich nie mehr bekommen würde, habe ich sie bei meinem nächsten Besuch bei ihr zuhause, an mich genommen (glücklicherweise lagen sie in ihrer Sockenschublade ganz oben, so dass ich nicht, was mir unangenehm gewesen wäre, in ihren Strümpfen herumwühlen musste), nicht um sie zu stehlen - das hätte für mich auch keinerlei Reiz gehabt, da sie sie ja irgendwann zu Müll erklären sollte -, sondern um kontrollieren zu können, wann sie sie anzog. Da wir häufiger gemeinsam Kurzurlaube machten, würden sich Chancen ergeben, sie ihr am ersten Urlaubstag unauffällig in den Koffer zu legen und am letzten Tag wieder mitzunehmen. 1999 konnte ich den Plan das nächste Mal in die Tat umsetzen und als ich sie mir, nachdem ich sie wieder mitgenommen hatte, ansah, entdeckte ich das Folgende an der Unterseite des einen Strumpfes (der andere war unversehrt)eine Art kleine Laufmasche fast wie bei Nylonstrümpfen. Ich dachte, dass das für die Entsorgung eigentlich ausreichen müsste. Leider ergab sich die nächste Gelegenheit erst bei einer gemeinsamen Reise im Jahre 2006. Es klappte wunderbar: Ich legte am ersten Abend die Strümpfe unauffällig an prominente Stelle in ihrem Koffer und sah sie, als ich sie und eine Freundin, die sich ein Hotelzimmer teilten, am nächsten Morgen zu mFrühstück abholte, zu meiner großen Freude an ihren Füßen. Jetzt sollte sie sie noch einen Tag tragen, um den Strümpfen noch eine gewisse Duftnote zu verleihen, und am Abend hoffte ich meinen Plan in die Tat umsetzen zu können. Da ich aus Erfahrung wusste, dass sie ausrangierte Strümpfe nicht in einen Papierkorb, sondern immer in einen richtigen Restmüllbehälter zu werfen pflegte, war ich zuversichtlich, dass sie, wenn mein Plan gelänge, die Strümpfe im Abfallbehälter im Badezimmer deponieren würde, wo ich sie mir erheblich leichter würde aneignen können als im offen dastehenden Papierkorb. Ich hatte zwar beschlossen, ggf. als Ersatz ein paar schwarze Polyamidsocken von mir zu opfern, damit im Abfall nicht etwas fehlte, aber in einem ansonsten fast leeren Papierkorb hätte das doch auffallen können.
Im Laufe des Tages wurde ich immer unruhiger und mein Herz klopfte bis in den Hals, als sie abends in ihrem Hotelzimmer die Schuhe auszog. Die Freundin war glücklicherweise noch nicht mit hochgekommen, da sie noch telefonieren musste, so dass ich mich dem Objekt meiner Begierde ungestört widmen konnte. Die Trägerin der wundervollen Strümpfe legte, wie es ihre Art war und wie es zu meinem Plan gehörte, ihre Füße hoch auf einen Stuhl, aber noch bevor ich mich in eine günstige Position bringen konnte, von der ich ohne Verrenkung die Fußsohle, an der sie den defekten Strumpf trug, sehen könnte, sah ich, wie sie skeptisch die Zehen ihres anderen Fußes betrachtete und meinte: "Meinem Strumpf ist der Tag nicht gut bekommen, er hat eine richtige Laufmasche:
[Bild: QUXqW86g.jpg]
Ganz cool sagte ich: "Der andere auch, nur an der Unterseite":
[Bild: zlcID4pd.jpg]
Sie schaute sich das Malheur an, während ich sagte: "Schade, die Strümpfe haben so ein schönes Muster." - worauf sie den erlösenden Satz erwiderte: "Das ist nicht schlimm, sie sind schon uralt; ich kann sie also guten Gewissens wegschmeißen." - Die Erlösung ließ aber dann noch auf sich warten, da sie zu meinem stillen Kummer den ganzen Abend keine Anstalten machte, die Strümpfe auszuziehen. Unverrichteter Dinge zog ich mich in mein Zimmer zurück und verbrachte eine unruhige Nacht. Als ich am nächsten Morgen erwartungsvoll ihr Zimmer betrat, um die beiden zum Frühstück abzuholen, sah ich auf den ersten Blick, dass sie andere Strümpfe trug und auf den zweiten, dass das Objekt meiner Begierde neben ihrem Koffer und den Schuhen, die sie am Tag zuvor getragen hatte, am Boden lag. Namenlose Enttäuschung: Ich hatte Angst, dass sie die Strümpfe mit nach Hause nehmen und erst dort entsorgen würde, was die wunderbaren Teile für mich praktisch unerreichbar gemacht hätte. Das Frühstück zog sich endlos hin und bevor wir loszogen, gingen wir noch einmal auf unsere Zimmer. Als ich meine Freundinnen dann wieder abholte, schlug mir das Herz bis zum Hals: Sie lagen nicht mehr am Boden. Sie lagen, wie mir ein kurzer zweiter Blick zeigte, Gott sei Dank, auch nicht im Papierkorb, so dass zwei Möglichkeiten blieben: Koffer Face-With-Open-Mouth.png oder Badezimmermüll Face-with-tongue . Kurz vor dem Aufbruch bat ich darum, bei den beiden noch einmal auf die Toilette zu dürfen. Der Abfallbehälter hatte einen Deckel und war schwarz, so dass man praktisch nichts sehen konnte. Ich griff hinein - und fühlte die herrliche wohlvertraute Weiche des Strumpfstoffs: Sie hatte die Strümpfe, hinter denen ich 11 Jahre her war, tatsächlich weggeschmissen. Für alle Fälle hinterließ ich meine Polyamidsocken, die ich sorgsam mitgebracht hatte, im Müll und verlebte einen wunderbaren Tag. So war dieser absolute Höhepunkt meiner Sockensammlung endlich in meinem Besitz.
[Bild: jVgVQ1ac.jpg]

LG,
Tonio
#3
Ja, das war wirklich einer der größten und spannendsten Momente meiner "Laufbahn". Als ich die Strümpfe aus dem Badezimmerabfalleimer fischte, war mein Puls wohl mindestens auf 200.

LG,
Tonio


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